Zürich, 25. März 2013  –  „ … Katsnelson hat einen speziellen orchestralen Klang auf dem Klavier, deshalb wünschte er sich für sein Zürcher Rezital auch ein Instrument der Bayreuther Klaviermanufaktur Steingraeber, das den fülligen Klang eines räumlichen Orchestertutti hat. Jedes Register hat eine spezifische Farbe, denn auf klangliche Ausgeglichenheit wurde zugunsten der Registerfarben verzichtet. Und genau damit arbeitet Katsnelson gezielt. Unglaublich, aus welch dunkelfarbener Klanglichkeit er «Am Meer» aufsteigen liess; plötzlich sind sie da, Poesie und Geheimnis. Danach erklangen Werke, die mit Katsnelson zu einem riesigen Hörvergnügen wurden. Igor Strawinskys Serenade A-Dur: umwerfend farbig. Drei Scarlatti-Sonaten: sehr eigen – gleichsam eine persönliche interpretierende Bearbeitung oder Orchestrierung. Und zum Schluss der Höhepunkt des Abends: Alexander Lokschins Variationen c-Moll von 1953… Wie grandios spielt Katsnelson die Variationen und spitzt sie unendlich farbig zu… „
Alfred Zimmerlin, Neue Zürcher Zeitung, 28. März 2013

Zürich, 25. März 2013  –  „ Ein Tänzer. Zwar kann man das nicht sehen, aber hören. Beispielsweise, wenn Jacob Katsnelson Bach spielt. Dann swingt die Musik, dann hat der gottesfürchtige Thomaskantor plötzlich diesen gewissen Hüftschwung beim Gehen. Oder auch bei Domenico Scarlatti: Seine Sonaten gewinnen graziöse Eleganz, wenn Jacob Katsnelson sie mit seinem leicht federnden Anschlag durchmisst und dazu mit jenem schwebenden Klang, den nur solche Pianisten zu erzeugen vermögen, die sich keine Gedanken über technische Prozesse machen müssen… Technik ist nicht alles. Es bedarf natürlich einer höheren Musikalität, um zu bedeutenden künstlerischen Resultaten zu gelangen. Katsnelson besitzt sie… Unter Katsnelsons Händen werden sie alle zu Tänzern.  Zauberhaft. „
Jürgen Otten, Tonhalle-Magazin, Zürich,  Februar/März 2013,  Seite 21

CD Bach-Werke Quartz QTZ 2084  –  „ … Ich kann nicht voraussagen, was auf lange Sicht aus Katsnelson wird; ich kann nur meine Reaktion auf sein Spiel hier und heute beschreiben, und diese Reaktion ist überwältigend positiv. Dies ist eines der zufriedenstellendsten Bach-Rezitale auf Klavier, das mir seit langem begegnet ist… In Ermanglung eines besseren Ausdrucks würde ich Katsnelsons Tempi als gemäßigt bezeichnen. Schnelle Tempi rangieren im oberen Bereich des Metronoms, ein Zeichen dafür, dass Katsnelson es nicht nötig hat, sich auf Kosten Bachs als virtuoses Wunderkind hervorzutun. Und die langsamen Tempi werden nicht so nachdenklich und bis zur Erschöpfung langweilig, als Zeichen dafür dass Katsnelson sich Bach nicht mit affektierter Verneigung nähert, wie sie bei frömmelnder Zurschaustellung vorkommt. Nein, Katsnelsons Bach ist erfrischend direkt und hervorragend ausgeführt. Das verdient eine sehr starke Empfehlung „.
Jerry Dubins, FANFARE – The Magazine for Serious Record Collectors – 35:3 Jan/Feb 2012

CD Bach-Werke Quartz QTZ 2084  –  „ … Das bringt mich schließlich zu dem wichtigsten Grund, diese CD zu erwerben: Der russische Pianist Jacob Katsnelson. Wie schon gesagt, es gibt keinen Mangel an guten Bach-Interpreten, ich denke, Katsnelson gehört zu den besten von ihnen. Wie andere russische Pianisten, die Bach spielen, benutzt Katsnelson das volle Potential des Instruments (inkl. dem Sustain Pedal, das er wohlüberlegt einsetzt, meist um Farbeffekte zu erzielen), und er bietet Interpretationen an, die oft virtuos, kompakt und dramatisch sind. Am eindruckvollsten aber ist er in Passagen, die emotionale Ruhe erfordern und eine besondere Art mystischer Einfachheit, die nur die echtesten Künstler erreichen können… Wenn man mit einem solch hochkarätigen Spiel konfrontiert ist, ist es völlig deplaziert, Katnselson mit jenen zu vergleichen, die vor ihm da waren. Es stimmt, es hat großartige Einspielungen mit Teilen des hier angebotenen Repertoires gegeben, z.B. Wilhelm Kempff und Angela Hewitt im Capriccio, oder András Schiff in den Sinfonien. Aber ich würde nicht vermissen wollen, was Katsnelson über diese mysteriöse und introspektive Musik zu sagen hat „.
Radu A. Lelutiu, FANFARE – The Magazine for Serious Record Collectors – 35:3 Jan/Feb 2012

CD Bach-Werke Quartz QTZ 2084  –  „ … Bach hält viel aus; man kann ihn aber auch zertrümmern. Katsnelson bringt ihn niemals in Gefahr… Den fünfzehn dreistimmigen „Sinfonien“, zum Beispiel, begegnet er sublim, wenn auch nie ängstlich. Seinen stets angemessenen Anschlag weiß er immer neu abzuschattieren oder anzuspitzen… „
Michael Thumser, Frankenpost, 21. Oktober 2011

Leipzig, 20. Februar 2011  –  „ Der russische Pianist Katsnelson ist in dieser Reihe „Rezital“ im Gewandhaus mit Sergej Prokofjews „Zehn Klavierstücken“ ebenfalls solo zu hören und interpretiert die kontrastierend angelegten Stücke wunderbar in ihrer inneren Logik und Form als auch in ihren musikalischen Facetten. Auch Prokofjew hat Charakterporträts von Studienfreunden einfließen lassen. Elegant und in einer transparenten Klangfülle erklingt die Gavotte, elegisch wie eine Jazzballade das Capriccio e-Moll und sanft die Arpeggien des Prélude C-Dur, das den Beinamen „Harfe“ nicht umsonst trägt… “
Anja Jaskowski, Leipziger Volkszeitung, 20. Februar 2011

Berlin, 24. Oktober 2010  –  „ Die atemlos gespannten Erwartungen erfüllt auch der 1976 geborene russische Pianist Jacob Katsnelson, der die erste Konzerthälfte solistisch bestreitet. Die in vielen fahlen Farben geisterhaft nachhallenden Akkorde des „Todes“ aus Janaceks Klaviersonate von 1905 hinterlassen einen starken Eindruck; ebenso Katsnelsons Auswahl aus Chopins Nocturnes und Mazurken. Seine Interpretation zeichnet sich durch große Kultiviertheit, beseelten Ernst, einen genauen Blick für musikalische Architektur sowie für die motivischen Qualitäten von Chopins Passagenwerk aus. „
Carsten Niemann, DER TAGESSPIEGEL, 25. Oktober 2010

Bayreuth, 2. November 2008  –  „ Ein außergewöhnliches Konzert gab der russische Pianist Jacob Katsnelson im Kammermusiksaal der Manufaktur Steingraeber… Der erste Teil des Konzerts war Ludwig van Beethoven gewidmet. Zu Beginn erklang sein „Andante Favori“. Im Gegensatz zu vielen anderen Pianisten verwechselte Katsnelson das Andante nicht mit einem tränenschweren Adagio, sondern brachte das lyrische Stück, das jedoch durchaus kraftvolle Akzente kennt, in einem wirklich „gehenden“ Andante-Tempo zum Klingen… Nach der Pause erklangen die sechs Moments Musicaux, Op. 94, von Franz Schubert. Unter ihnen ist die Nr. 3 in f-Moll sicherlich am bekanntesten. Dieses Stück mit seiner slawisch geprägten Melodik liegt dem Russen Katsnelson ganz besonders. Die anderen Stücke der Serie wurden unter seinen Händen zu wahren Entdeckungen… Etwas ganz Besonderes war die abschließende „Tannhäuser“-Ouvertüre Richard Wagners in der Bearbeitung von Franz Liszt. Ist es schon außerordentlich, die Vielfalt der Orches­terfarben kompositorisch auf das Klavier zu übertragen, so gelang Katsnelson eine wirklich kongeniale Interpretation: Man meinte, die gesamte Vielfalt der Orchesterinstrumente Wagners im kleinen Kammermusiksaal mitzuerleben… Jacob Katsnelson ist gewiss ein Star von morgen und übermorgen “.
Sönke Remmert, Nordbayerischer Kurier, 8./9. November 2008

Rhodos, 28. September 2008  –  …“ Es folgte das „Klavierkonzert Nr. 14 KV 449“ von Mozart mit Jacob Katsnelson als Solist. Der 32-jährige russische Pianist fügte sich hervorragend in die Interpretationsweise des österreichischen Ensembles ein, nahm dessen schwerelos durchsichtigen Klang auf und spielte sauber und beweglich und mit tänzerisch leichten Höhen „.
Giannis Svolos, ELEFTHEROTYPIA, Mittwoch, 1. Oktober 2008

Wildbad Kreuth  –  Oleg Kagan Musikfest 2005  –  „ Katsnelsons Interpretation von Sergei Prokofieffs Sonate Nr. 6 A-Dur forderte den Pianisten und die Zuhörer gleichermaßen heraus. Der Unterschied: Katsnelson wusste, wohin die musikalische Reise führt… Die Stücke des russischen Komponisten Sergei Prokofieff sind keine leichten und erfordern von dem Pianisten sowohl technische Perfektion als auch emotionale Tiefe. Katsnelson wurde beiden Ansprüchen gerecht und ging über die kompositorischen Grenzen hinaus. Mit der ihm eigenen Zurückhaltung und Souveränität stimmte er leise Töne an, um sie sogleich durch pointierte Staccati in tiefe Klangwelten abtauchen zu lassen. Durch eben diese Widersprüchlichkeit und existenzielle Zerrissenheit erweckte der Pianist die Stücke zum Leben. Seine Interpretation war kein Spiel, sondern eine narrative Erzählung. Der scheinbar so zurückhaltende Nachwuchs-Künstler hatte in kürzester Zeit den Konzertsaal für sich erobert… „
Isabella Klement, Tegernseer Zeitung“, 13. Juli 2005